Barzirkel München
| BLENDING SEMINAR 2010 |
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Sonntag, 7.März 2010. Gegen 14 Uhr treffen Barzirkler und Gäste in das legendäre "Wasserwerk" ein.
"HEUTE WIRD WHISKY GEBLENDET!"
Nach den ersten Katerbekämpfungsmassnahmen und Baked Beans, Eiern, Speck und Pancakes von Ricki und Rainer kam zur Einstimmung erstmal ein Glas "Johnnie Walker black label" auf den Tisch.
Ein aussergewöhnliches Seminar stand bevor. Gebündelte Informationen über Blended Whisky, Malts und die Kunst des Blendens, und im Anschluss die Gelegenheit sich seinen eigenen Blend zu kreieren und abzufüllen. Das hat hochkarätige Gäste angezogen: Lubos Racz aus Nitra in der Slovakei, Christian Weber und Stephanie Sutor vom hochgeschätzten "Barnetzwerk Frankfurt", Markus Heinze aus Dresden, Christian Niefanger von den "Cocktailwelten", Timon Kaufmann, der Gewinner des "Lantenhammer Cocktail Cup 2010", David Deck aus dem legendären Pusser's, Michael Malina, Roland Barics, Christian Leuthner, Michael Billmeier, Jan Schaefer, Tobias Schachermayer und ALLE 12 Barzirkler.
Alexander Bandt von Diageo, der mit Klaus St. Rainer diesen Event entwickelt hat, eröffnete das Seminar mit Informationen zu den einzelnen Johnnie Walker Blended Scotches und servierte während des theoretischen Teils nacheinander den "Black Label", "Green Label", "Gold Label", "Blue Label" und sogar den raren "King George V". Jedes Glas gepaart mit interessanten Informationen über die Blends, was wiederum hilfestellend für das spätere eigene "blenden" sein sollte.
Um noch mehr in Whisky-Stimmung zu kommen wurden mit Top-Blends in der Hand zwei sehr unterhaltsame und interessante Kurzfilme gezeigt. Ein sehr aussergewöhnlicher Film zur Geschichte von "Johnnie Walker" und ein Film, der jeden Schritt der Malt-Produktion dokumentiert hat.
Im Vortrag von Klaus St. Rainer ging es dann eine knappe halbe Stunde intensiv in die Geheimnisse und Geschichte des "Blending", gepaart mit vielen Informationen zu den Eigenschaften der unterschiedlichen Malts und Grains.
![]() Und dann ging es ans "blenden". Zur Verfügung standen: Cameron Brig als körperreiche und weiche Grain-Basis (diese älteste Grain-Marke gilt als absolute Rarität), Lagavulin, Talisker, Blair Athol, Oban, Royal Lochnagar, Glenkinchie, Dalwhinnie, Coal Ila und Clynelish. Und neben den Standard-Abfüllungen noch viele Sonderabfüllungen, Destillers Editions, Fassstärken, Unpeated, Oloroso-, Muskateller- und PX-Fässer, 25y alte uvm.
Das "Blenden" hat sich als noch interessanter und spannender bewiesen als erwartet. Die Gastgeber Alexander Bandt und Klaus St. Rainer waren ebenso begeistert und findig dabei sich ihren eigenen Blend zu kreieren wie die sehr aufmerksame, kreative und aktive Kollegenschar. Geblendet wurde in 0,5 ml Schritten im Nosingglas. Mit Hilfe von skalierten Spritzen wurden die Mengen dosiert. Es wurde viel gegenseitig probiert und philosophiert, unzählige gute und auch missglückte Versuche. "Einen versuch ich noch, ich bin noch nicht 100% zufrieden" hallte es immer wieder durch den mittlerweile mit Punk-Rock und Whisky geschwängerten Raum.
Manche bauten sich harmonische Scotch Blends zusammen, mal mit mehr und mal mit weniger verschiedenen Komponenten. Andere haben robuste Vatted Malts mit wenigen Bestandteilen ausbalanciert und wieder andere haben auf phantastische Weise viele verschiedene Malts in Einklang gebracht. Es war unglaublich interessant zu erfahren wie schon kleinste Mengen eines markanten Malts die Gesamtmenge ins Ungleichgewicht bringen oder plötzlich eine kleine Talfahrt im Abgang ausgleichen kann. Nahezu jede Eigenschaft eines Blends ist mit dem richtigen Malt in der richtigen Dosierung zu erzeugen. Will ich noch mehr Süsse, mehr Körper oder eher einen kühlen und schlanken Blend, benütze ich das Feuer der torfigen Islays und wieviel Eleganz durch den Einsatz von Grain lasse ich zu?
Wenn man mit seinem Blend zufrieden war wurde das Ergebnis hochgerechnet und in einem super-high "Tanqueray Ten"-Rührglas geblendet (das Rührglas mitsamt T10-Rührlöffel ging mit ins Goodiebag jedes Teilnehmers!). Dann wurde eine kleine Flasche davon abgefüllt und mit einem "Barzirkel & Classic Malts"-Label etikettiert.
![]() Ein sensationell lustiger und interessanter Nachmittag ging zu Ende. Die ersten Kollegen verabschiedeten sich zu ihrer Schicht und der Rest hat sich erstmal mit Starkbier und Krustenbraten (und einer "Ente") im "Fraunhofer" gestärkt. Danach in die Glockenbach-Werkstatt um mit Punk Rock der Münchener Band "Beercore 1328" (Songs for the drinking class) und Drinks von Barzirklern Richi, Rainer und August den Abend ganz entspannt zu beenden. Und zuletzt, natürlich, "HOLY HOME"...
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